
BERGÄCKER STÄFFELE
Quartiersentwicklung auf den Fildern, Leinfelden-Echterdingen Städtebaulicher Wettbewerb im selektiven Verfahren 2025/2026
1. Rang
in Arbeitsgemeinschaft mit amsl - Architektur Miriam Stümpfl
Quartierserweiterungen am Dorfrand sind kaum vermeidbar, wenn auf den steigendenWohnraumbedarf reagiert werden soll. Der Entwurf versucht, den Eingriff in den wertvollen Filderboden dabei auf ein Minimum zu beschränken. Zwei Richtungen gliedern das Quartier: Die Wohngassen öffnen sich zum Feld und geben weite Sichtachsen in die Ebene frei, diequer dazu verlaufenden Stäffele überwinden die Topografie und verbinden die Gassenmiteinander. Die mehrheitlich dreigeschossige Bebauung vermittelt zwischen dem nördlichen Wohngebiet und der Häuserreihe mit Einzelhäusern im Nordwesten.
Das Quartier ist autofrei. Geparkt wird in einer zentralen Quartiersgarage; die drei Wohngassen dienen allein der Anlieferung, der Entsorgung und der Feuerwehr. Auf Einfamilienhäuser wird verzichtet, und die Untergeschosse folgen der natürlichen Topografie und bleiben minimal. So können alle Beläge offen und sickerfähig ausgeführt werden. Die geneigten Dächer leiten das Regenwasser in vorgelagerte Retentionsflächen – Wiesen aus Wildblumenund Stauden, die zugleich das Abstandsgrün zur Wohngasse bilden und über Verdunstung zur Kühlung beitragen. Was dort nicht anfällt, sammeln Zisternen für die Bewässerung.
Gebaut wird im Baukastenprinzip: im Werk vorgefertigte Holztafelwände, Holz-Lehm-Rippendecken, sämtliche Leitungen auf Putz und damit jederzeit zugänglich. Ein durchgehendes Raster über alle Gebäudetypen erlaubt viele gleiche Elementeund wenige Fensterformate – ein Zusammenspiel aus Gleichartigkeit und Individualität.




